Silvretta-Montafon - ein Powder Weekend der besonderen Art

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Silvretta-Montafon - ein Powder Weekend der besonderen Art

Geschrieben von: martini
Dienstag, den 24. Januar 2012 um 22:08 Uhr
altMeterhohe Schneemengen, Powder bis unter die Achseln und ein Skigebiet, das genau für diese Bedingungen wie gemacht ist. So erlebten wir das erste Wochenende des Jahres im hintersten Winkel des Montafon.
Dreikönigstag 2012 – Früh um sieben sitzen wir bereits im Auto und setzen die Segel Kurs Südwest. Unser Ziel ist Gaschurn im Montafon. Seit dieser Saison sind die beiden Skigebiete Hochjoch und Silvretta-Nova mittels der Grasjochbahn zum größten Skigebiet Vorarlbergs miteinander verbunden. Da beide Reviere für sich schon als Geheimtipps unter Freeridern gehandelt werden, sind wir neugierig, wie sich dies zusammen erst darstellt.
Bis Feldkirch läuft der Verkehr ohne Probleme. Komisch, es war doch richtig starker Schneefall angesagt!? Doch keine zwei Minuten später sehen wir plötzlich eine andere Welt. Kaum verlassen wir bei Bludenz die Autobahn, öffnet Frau Holle alle Kissen, die sie besitzt. Langsam schlängeln wir uns das Illtal hinauf und erreichen schließlich das tief eingeschneite Gaschurn. An Skifahren ist heute nicht zu denken. Aus Sicherheitsgründen wurden die Lifte lieber gesperrt. Aber auch das ist kein Problem. Nach einem Apfelstrudel beim Weinbauer strollen wir durch die Gassen und freuen uns wie Kleinkinder über Schneemengen, die direkt aus einem Fabelreich zu entstammen scheinen.
altPünktlich um sieben klingelt am nächsten Morgen der Wecker. Ein schnelles Frühstück im Hotel Zerres und schon sind wir auf dem Weg zum Lift. Schließlich wollen wir keine Minute verlieren. Schon bei der Auffahrt mit der Versettla Bahn sehen wir die jungfräulichen Skirouten. Genau das Richtige für heute. Das offene Gelände ist bei über zwei Metern Neuschnee zu gefährlich. Die Routen sind eine gute Alternative. Und gerade was markierte Routen angeht, hat Silvretta-Montafon ein breites Angebot parat.
Den Powder müssen wir heute gar nicht erst suchen. Er liegt direkt zu unseren Füßen, unmittelbar unterhalb der Gondel. Turn für Turn spritzt der Schnee über unsere Schultern hinweg. Wow, was für ein Gefühl. Wie im Rausche drehen wir eine Runde nach der anderen. Für fünf Minuten sieht es kurzzeitig so aus, als ob der Schneefall nachlassen würde. Doch kaum zieht Jessi die Kamera heraus, öffnen sich die Schleusen erneut und immer mehr des weißen Goldes fällt vom Himmel.
Im Wäldchen neben der Madrisella Bahn finden wir einige Wurzeln, die uns zum Jumpen und Fotografieren animieren. Die Landungen sind heute kaum zu bemerken, so smooth und weich sinkt man in weiße Pracht hinein. 
altTag zwei erwartet uns ähnlich wie Tag eins aufgehört hat: Mit Schneefall. Der einzige Unterschied: inzwischen sind es nicht mehr zwei Meter sondern bis zu drei Meter Neuschnee. Die Verbindung hinauf zum Hochjoch, dem Hausskiberg von Schruns und Tschagguns ist immer noch gesperrt. Sicherheit geht vor. Somit fahren wir noch einmal hinauf in die Silvretta. Und auch heute, ist diese Entscheidung goldrichtig.
Unsere Spuren des Vortages sind komplett zugeschneit. An den Hängen der Novabahn ist finden wir zahlreiche Lines durch den lichten Wald. Gestärkt mit einem leckeren Kaiserschmarrn im Valisera Hüsli trauen wir uns wieder hinaus. Noch immer schneit es. Inzwischen haben wir die Alpenski gegen die Telemarkski eingetauscht. Telemark bei solchen Bedingungen, was kann es Schöneres geben? Kurve für Kurve schaut nur noch der Kopf aus den Schneemassen heraus.
Die Runs rechts und links des Gafrescha II Lifts haben es uns angetan. Pillow Lines wie man sie sich nur erträumen kann. Halb in der Luft, halb in den überdimensionalen Kissen surfen wir gen Tal. Solche Schneemengen habe ich seit dem Frühjahr `99 nicht mehr erlebt.
Eine letzte Fahrt, dann heißt es Abschied nehmen. Unser Ziel, das das Freeride Potential des gesamten neuen Skigebiets zu erforschen, konnten wir nicht erfüllen. Grund genug, in den nächsten Wochen noch in diesen Schneewinkel zurück zu kehren. Doch auch schon der kleine Teil der Silvretta-Montafon, den wir in diesen zwei Tagen kennenlernen durften, hat uns vollkommen überzeugt. Und über eine Grundlage für eine lange und powderreiche Saison, muss sich im Montafon nun wirklich keiner mehr Sorgen machen.